{"id":960,"date":"2017-05-13T12:47:54","date_gmt":"2017-05-13T10:47:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.megamaschine.org\/www-2\/?p=960"},"modified":"2019-04-13T15:37:00","modified_gmt":"2019-04-13T13:37:00","slug":"martin-luther-der-bauernkrieg-und-die-formation-der-kapitalistischen-megamaschine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.megamaschine.org\/en\/2017\/05\/13\/martin-luther-der-bauernkrieg-und-die-formation-der-kapitalistischen-megamaschine\/","title":{"rendered":"Martin Luther, der Bauernkrieg und die Formation der kapitalistischen \u201eMegamaschine\u201c"},"content":{"rendered":"<p><em>von Fabian Scheidler*<\/em><\/p>\n<p>In der Fr\u00fchen Neuzeit, vom 15. bis ins 17. Jahrhundert, formierte sich das, was in der Weltsystem-Theorie \u2013\u00a0u.a. von Immanuel Wallerstein und Giovanni Arrighi \u2013 das moderne (kapitalistische) Weltsystem genannt wird.<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a> Ich benutze daf\u00fcr, in Anlehnung an eine Wortpr\u00e4gung des amerikanischen Historikers Lewis Mumford, die Metapher der \u201eMegamaschine\u201c.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a> Dieses System formierte sich mit dem Niedergang des Feudalismus gegen den massiven Widerstand von egalit\u00e4ren Bewegungen, die sich seit dem 14. Jahrhundert \u00fcberall in Europa ausbreiteten und in Deutschland im Bauernkrieg 1524\/25 kulminierten.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a> Es wurde einerseits das dynamischste und produktivste Gesellschaftssystem der Geschichte, das bestimmten Schichten der Weltbev\u00f6lkerung enormen Wohlstand bescherte, und zugleich das destruktivste, untrennbar verbunden mit einer Kette von Vertreibung und Entwurzelung \u2013\u00a0bis hin zum V\u00f6lkermord \u2013, verheerenden Kriegen und einer tiefen Spaltung zwischen Arm und Reich, die von Anfang an charakteristisch f\u00fcr das neue System war. Es ist eben dieses soziale und \u00f6konomische System, das uns heute eine Krise des Lebens auf der Erde beschert, die nicht nur das Klima betrifft, sondern auch die Artenvielfalt, die Zerst\u00f6rung fruchtbarer B\u00f6den und S\u00fc\u00dfwasserquellen, die Ozeane und W\u00e4lder.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Dieses System fu\u00dft auf drei S\u00e4ulen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die endlose Akkumulation von Kapital, verk\u00f6rpert zun\u00e4chst in den Handelsh\u00e4usern und Banken des Fr\u00fchkapitalismus, etwa in Venedig, Genua, Antwerpen oder Augsburg, sp\u00e4ter in Form der ersten Aktiengesellschaften, deren erste 1602 in Amsterdam gegr\u00fcndet wurde.<\/li>\n<li>Die modernen, militarisierten Territorialstaaten,\u00a0die nur mithilfe des Handelskapitals geschaffen werden konnten und miteinander um milit\u00e4rische Macht und Kapital konkurrieren.<\/li>\n<li>Eine Mythologie der radikalen \u00dcberlegenheit Europas, mit der die gewaltsame Expansion dieses System legitimiert wurde, zun\u00e4chst im Gewand der christlichen Religion, sp\u00e4ter, seit der Aufkl\u00e4rung, im Namen von \u201eZivilisation\u201c, \u201eRationalit\u00e4t\u201c, \u201eFortschritt\u201c, \u201eEntwicklung\u201c und schlie\u00dflich der \u201ewestlichen Werte\u201c.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Renaissance: Aufbruch ins Licht?<\/strong><\/p>\n<p>Zu dieser Mythologie geh\u00f6rt auch die Verkl\u00e4rung der anbrechenden Neuzeit und der Renaissance als eine Epoche des Lichts, w\u00e4hrend das Mittelalter als Epoche der Finsternis imaginiert wird. Tats\u00e4chlich aber war die beginnende Neuzeit mit einer massiven Verd\u00fcsterung der Lebensverh\u00e4ltnisse f\u00fcr die Mehrheit der Menschen in Europa und in den von Europ\u00e4ern eroberten Gebieten verbunden. Das zeigt sich auch daran, dass diese Epoche wie kaum eine andere von apokalyptischen Endzeiterwartungen gepr\u00e4gt war. Prediger zogen umher, um das Ende der Welt zu verk\u00fcnden, die Angst vor Teufel und H\u00f6lle wurde epidemisch in dieser Zeit, die Darstellung von Totent\u00e4nzen geradezu inflation\u00e4r. Der franz\u00f6sische Historiker Jean Delumeau spricht in seinem Buch \u201eAngst im Abendland\u201c von einer kollektiven Angstepidemie im Europa der Fr\u00fchen Neuzeit.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a> Der Hintergrund dieser \u00c4ngste ist eine Ausbreitung von Gewaltverh\u00e4ltnissen, die wir oft f\u00e4lschlich dem Mittelalter zuschreiben: Die Inquisition weitet sich im 16. Jahrhundert massiv aus, Hexenverfolgungen, die im Mittelalter eine eher geringe Rolle spielten, erreichen ihre H\u00f6hepunkte in der Zeit von 1550 bis 1700, die Folter sowie extrem brutale Hinrichtungsarten werden systematisch und im gro\u00dfen Ma\u00dfstab angewendet, vor allem um gegen dissidenten Bewegungen vorzugehen. In der \u00d6konomie versch\u00e4rft sich die Spaltung zwischen Arm und Reich, die Reall\u00f6hne sinken in der Fr\u00fchen Neuzeit massiv, in manchen Regionen um bis zu 70 Prozent, und erreichen erst im 19. Jahrhundert wieder das Niveau des 15. Jahrhunderts.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a> Zugleich war diese Zeit verbunden mit einer massiven Entrechtung von Frauen. Anders als im Mittelalter wurde Frauen etwa Schritt f\u00fcr Schritt das Recht entzogen, Meisterbetriebe zu f\u00fchren, wenn der Mann verstorben war. In den Heilberufen wurden Frauen nach und nach verdr\u00e4ngt und durch die Hexenprozesse d\u00e4monisiert.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a> Die anbrechende Neuzeit markiert auch den Beginn einer Kette von V\u00f6lkermorden im Zuge der Expansion der Megamaschine, angefangen bei der Conquista Mittel- und S\u00fcdamerikas, die den bis dahin gr\u00f6\u00dften Genozid der Geschichte darstellt, finanziert von den gro\u00dfen Handelsh\u00e4usern und Banken in Genua, Antwerpen und Augsburg, gefolgt vom atlantischem Sklavenhandel, dem V\u00f6lkermord an den Indigenen Nordamerikas und den Verbrechen der Kolonialzeit. Es ist, um es kurz auf den Begriff zu bringen, eine \u201eEpoche der Monster\u201c.<\/p>\n<p><strong>Vorgeschichte: Die Krise des feudalen Systems<\/strong><\/p>\n<p>Wie aber ist es zur Formation des modernen Weltsystems und zur Entfesselung dieser \u201eMonster der Moderne\u201c gekommen? Im 14. Jahrhundert ger\u00e4t der Feudalismus in eine schwere Krise. Ein Grund daf\u00fcr ist ein (nicht menschengemachter) Klimawandel: Massive K\u00e4lteeinbr\u00fcche in der Zeit von 1315 bis 1322 l\u00e4uteten das Ende der hochmittelalterlichen Warmzeit ein. Schwere Ernteausf\u00e4lle und eine Ern\u00e4hrungskrise waren die Folge, die unter dem Namen \u201eDer Gro\u00dfe Hunger\u201c in die Geschichte eingingen. Ab 1348 zog die Pest, ausgehend von den H\u00e4fen Genuas und Venedigs, in Europa ein und w\u00fctete unter der durch die Ern\u00e4hrungskrise geschw\u00e4chten Bev\u00f6lkerung. Sie kostete bis zu einem Drittel der Menschen Mitteleuropas das Leben. Eine Folge dieser Katastrophe war, dass gro\u00dfe L\u00e4ndereien brach lagen. Gab es zuvor eine Knappheit von Land, so drehte sich das Verh\u00e4ltnis nun um: Es gab viel Land und relativ wenige Menschen. Damit fielen die feudalen Ertr\u00e4ge, w\u00e4hrend die Verhandlungsmacht der Bauern gegen\u00fcber den Grundherren wuchs.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Im 14. Jahrhundert war au\u00dferdem ein Erstarken sozialer Bewegungen, getragen von Bauern und Handwerkern, zu beobachten, die sich gegen Gewalt- und Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse zur Wehr setzten und in einigen F\u00e4llen das Ziel einer egalit\u00e4ren Gesellschaft verfolgten. Die Urspr\u00fcnge dieser Bewegungen reichen ins 13. Jahrhundert zur\u00fcck, als sogenannte \u201eArmutsbewegungen\u201c, die sich auf Franz von Assisi beriefen, den Reichtum der Kirche anprangerten und sich apokalyptische Bewegungen, die auf das von Joachim von Fiore f\u00fcr das Jahr 1260 angek\u00fcndigte neue Zeitalter hofften, ausbreiteten. Im 14. Jahrhundert, unter den Bedingungen der feudalistischen Krise, entwickelten sich dann Bewegungen, die die weltlichen und kirchlichen M\u00e4chte massiv herausforderten. Eine kleine Liste \u2013\u00a0die keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit hat \u2013\u00a0kann das verdeutlichen:<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a><\/p>\n<ul>\n<li>1323 besetzen Bauern und Handwerker die Handelsstadt Br\u00fcgge.<\/li>\n<li>1358 erheben sich Bauern in den sogenannten \u201eJaqueries\u201c in Frankreich.<\/li>\n<li>In den 1370er Jahren \u00fcbernehmen Aufst\u00e4ndische die Regierung von Gent und gro\u00dfen Teilen Flanderns.<\/li>\n<li>1378 \u00fcbernehmen Textilarbeiter die Regierung von Florenz (\u201eCiompi-Aufstand\u201c).<\/li>\n<li>1381 besetzen Aufst\u00e4ndische im Rahmen der \u201ePeasants\u2019 Revolt\u201c in England den Londoner Tower.<\/li>\n<li>In den 1420er Jahren halten die Hussiten, die sich auf Jan Hus berufen und eine egalit\u00e4re Gesellschaft schaffen wollen, gro\u00dfe Teile B\u00f6hmens.<\/li>\n<li>Seit 1493 breitet sich die Bundschuhbewegung im Elsass und Breisgau aus.<\/li>\n<li>In Deutschland eskalieren die Auseinandersetzungen 1524\/25 im Bauernkrieg.<\/li>\n<li>In den 1520er und 1530er Jahren breitet sich die T\u00e4uferbewegung vom S\u00fcdwesten her aus; in M\u00fcnster wird ein T\u00e4uferreich ausgerufen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Viele dieser Bewegungen waren apokalyptisch inspiriert, sie erwarteten eine Zeitenwende und ein Eingreifen Gottes zugunsten der Entrechteten. Landesherren, Feudalherren, Kirche und Gro\u00dfkapital antworteten auf diese Herausforderungen mit einer Palette von Mitteln. Dazu geh\u00f6rte auch eine zunehmende Militarisierung sowie die Ausweitung der Folter und Blutgesetzgebung. 1532 legalisierte das erste deutsche Strafgesetzbuch, die <em>Constitutia Criminalis Carolina<\/em>, die Folter und grausamen Hinrichtungsarten wie R\u00e4dern, Lebendigbegraben, Verbrennen und Vierteilen. Die Inquisition wurde versch\u00e4rft und ausgeweitet und die neuen M\u00f6glichkeiten des Buchdrucks wurden f\u00fcr Propagandazwecke intensiv genutzt.<\/p>\n<p>Aus diesen sozialen K\u00e4mpfen \u00fcberall in Europa, an denen sehr unterschiedliche Kr\u00e4fte und Interessen beteiligt waren, entstand schlie\u00dflich das kapitalistische Weltsystem. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die Verbindung von Gro\u00dfkapital und den sich formierenden militarisierten Territorialstaaten, wie sie am deutlichsten beim Aufbau von S\u00f6ldnerheeren zutage trat. Im Hochmittelalter waren die gr\u00f6\u00dften Armeen 7000 bis maximal 10000 Mann stark und konnten auch nur f\u00fcr begrenzte Zeit eingesetzt werden. Sie beruhten im Wesentlichen auf feudalen Pflichten, nicht auf Sold. Mit dem Hundertj\u00e4hrigen Krieg (1337-1453) erlebte Europa dann aber eine massive Kommerzialisierung und Ausweitung des Kriegswesens.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a> Landesherren hatte schon lange versucht, den Silberbergbau und die Geldwirtschaft, die seit der Antike verfallen waren, wiederzubeleben, um gro\u00dfe S\u00f6ldnerheere aufzubauen. Zugleich entwickelte sich nach Einf\u00fchrung der Feuerwaffen im 14. Jahrhundert ein fieberhafter R\u00fcstungswettlauf, der enorme Investitionen und damit Kapital verschlang. In dieser Lage konkurrierten die entstehenden Territorialstaaten um mobiles Kapital zur Finanzierung ihrer S\u00f6ldnerarmeen, Kanonen und Befestigungsanlagen, und es war vor allem das \u00fcbersch\u00fcssige Handelskapital der italienischen Stadtstaaten Florenz und Genua, das den Landesherren die Liquidit\u00e4t zur Verf\u00fcgung stellen sollte.<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a> Umgekehrt boten die Landesherren den Kapitalbesitzern Schutz, Monopole und eine Ausweitung der M\u00e4rkte durch die gewaltsamen Eroberungen, die die Banken finanzierten. Kapital und moderner Staat waren (und sind) also nicht, wie bisweilen irrt\u00fcmlich geglaubt wird, ein Gegensatzpaar, sondern haben sich gemeinsam, co-evolution\u00e4r entwickelt. Weder konnte der moderne Staat ohne das Kapital der H\u00e4ndler entstehen, noch konnten die Kapitalbesitzer ihre Netzwerke \u2013\u00a0auch \u00fcber Krisen hinweg \u2013\u00a0ohne die physische Gewalt des Staates kontinuierlich ausbauen.<\/p>\n<p>Eine zentrale Rolle spielte dabei der <em>metallurgische Komplex<\/em>, der sowohl das Silber und Gold f\u00fcr die expandierende Geldwirtschaft als auch Kupfer, Zinn und Eisen f\u00fcr die R\u00fcstung lieferte.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a> In der ersten H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts konnte die Augsburger Familie der Fugger den weltweit gr\u00f6\u00dften Montan- und Finanzkonzern aufbauen, der zum wichtigsten Finanzier der Habsburger Dynastie aufstieg und, gemeinsam mit den Genueser Banken, auch die spanische Conquista Mittel- und S\u00fcdamerikas\u00a0einschlie\u00dflich der damit verbundenen V\u00f6lkermorde\u00a0finanzierte.<\/p>\n<p>Die neue, durchschlagende Verbindung von Gro\u00dfkapital und Milit\u00e4r erm\u00f6glichte es auch, die \u201einnere Kolonisierung\u201c voranzutreiben. Neue Steuern konnten mithilfe der auf Kredit finanzierten S\u00f6ldnerheere immer effektiver eingetrieben werden, Widerstand gegen die Privatisierung der Allmenden \u2013\u00a0die \u201eEinhegungen\u201c, die Karl Marx als Teil der \u201eUrspr\u00fcnglichen Akkumulation\u201c beschrieb<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a> \u2013\u00a0konnte wirkungsvoll gebrochen werden. Die Konfliktlinien der Reformation und des Bauernkrieges k\u00f6nnen nur vor diesem Hintergrund angemessen verstanden werden.<\/p>\n<p><strong>Reformation und Bauernkrieg \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Die Reformation und auch die Bauernkriege waren keine einheitlichen Bewegungen sondern Felder der Auseinandersetzung inmitten von sozialen K\u00e4mpfen und der Formation des kapitalistischen Weltsystems. Man kann in diesem Zusammenhang durchaus von \u201efr\u00fchneuzeitlichen Revolutionen\u201c sprechen, die stellenweise die Konfliktlinien der sp\u00e4teren gro\u00dfen europ\u00e4ischen Revolutionen vorwegnahmen.<\/p>\n<p>Zu den Konfliktparteien geh\u00f6rten unter anderem Landesherren, Bauern, Feudalherren, st\u00e4dtische B\u00fcrger, die Kirche und das Gro\u00dfkapital, wobei sich die Frontlinien immer wieder verschoben und oft wechselnde B\u00fcndnisse zwischen verschiedenen Akteuren und Fraktionen entstanden. Die Landesherren waren am Ausbau ihrer territorialen Machtbasis interessiert \u2013\u00a0und auch daran, kirchliche G\u00fcter in ihren Besitz zu bringen. Entrechtete Bauern k\u00e4mpften gegen Einhegungen, zunehmende Steuerlasten (die vor allem der Kriegsf\u00fchrung dienten), Willk\u00fcrherrschaft und Blutgesetzgebung. Feudalherren des niederen Adels verb\u00fcndeten sich stellenweise mit Bauern gegen F\u00fcrsten, weil sie ihren Einfluss durch deren aufsteigende Macht gef\u00e4hrdet sahen, meist agierten sie aber gegen die Bauern. Auch st\u00e4dtische B\u00fcrger gingen wechselnde Allianzen ein, je nachdem, welche Fraktionen ihnen vorteilhafter schienen.<\/p>\n<p>Das Gro\u00dfkapital, etwa das Haus Fugger, finanzierte und belieferte verschiedene Seiten und profitierte so \u00fcber lange Zeit von der Versch\u00e4rfung der Konflikte. Es trug durch die Finanzierung der gegen die Bauern gerichteten Heere schlie\u00dflich erheblich zu deren Niederschlagung bei. Die r\u00f6mische Kirche verfolgte neben ideologischen auch handfeste finanzielle Interessen, etwa im Bereich der Abgaben, des Ablass- und Reliquienhandels.<\/p>\n<p>In dieser Gemengelage wurde ideologische Macht zu einem entscheidenden Faktor und die Religion zum Kriegsschauplatz. Die Konfliktlinien verliefen dabei keineswegs einfach zwischen \u201eReformatoren\u201c und r\u00f6mischer Kirche, sondern auch quer durch die verschiedenen Str\u00f6mungen der Reformation. W\u00e4hrend sich Martin Luther im Bauernkrieg auf die Seite der Landesherren schlug, ergriff Thomas M\u00fcntzer als Feldprediger Partei f\u00fcr die Bauern.<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a> Beide beriefen sich auf das Neue Testament, doch leiteten sie daraus entgegengesetzte Gesellschaftsentw\u00fcrfe ab: W\u00e4hrend bei M\u00fcntzer, um einen anachronistischen Begriff zu gebrauchen, so etwas wie Umrisse einer fr\u00fchneuzeitlichen \u201eTheologie der Befreiung\u201c zu erkennen sind, f\u00fcr die soziale Gerechtigkeit zentral ist, nahm Luther eine autorit\u00e4re, obrigkeitsstaatliche Haltung ein. Auf dem H\u00f6hepunkt des Bauernkrieges rief er dazu auf, man solle die Aufst\u00e4ndischen \u201ezerschmei\u00dfen, w\u00fcrgen, stechen, heimlich und \u00f6ffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.\u201c Und er f\u00e4hrt fort: \u201eSolche wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein F\u00fcrst den Himmel mit Blutvergie\u00dfen verdienen kann.\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Die Bauernheere wurden schlie\u00dflich von S\u00f6ldnerarmeen, die unter anderem von Jakob Fugger finanziert wurden, zerschlagen, in Schlachten, die man nur noch als Massaker bezeichnen kann: Bei Frankenhausen wurden mindestens 6000 Bauern get\u00f6tet aber nur ein halbes Dutzend S\u00f6ldner \u2013\u00a0ein Indiz f\u00fcr die ungeheure \u00dcbermacht des modernen Geld-Krieg-Komplexes. \u201eIch m\u00f6chte mich fast r\u00fchmen\u201c, schrieb Luther 1526, als das gro\u00dfe Schlachten vor\u00fcber war, \u201edass seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und ger\u00fchmt worden ist wie durch mich.\u201c<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a> Mithilfe von Luthers ideologischer R\u00fcckendeckung konnten sich schlie\u00dflich die evangelischen Landesf\u00fcrsten die Kircheng\u00fcter einverleiben, die die Bauern urspr\u00fcnglich in Gemeindebesitz umwandeln wollten.<\/p>\n<p>Die Zeit der Erhebungen war damit jedoch noch nicht vorbei. Ausgehend von der Schweiz verbreitete sich die Bewegung der T\u00e4ufer \u00fcber gro\u00dfe Teile Mitteleuropas. Unter dem Eindruck der frisch ins Deutsche \u00fcbersetzten Evangelien berief sie sich auf die Prinzipien der Gewaltlosigkeit, G\u00fctergemeinschaft und Selbstbestimmung, wie sie in der Jesus-Bewegung verankert waren. Verfolgt wurden sie nicht nur von Landesherren und der r\u00f6mischen Kirche, sondern auch von anderen Reformatoren wie Huldrych Zwingli, auf dessen Betreiben zahlreiche T\u00e4ufer gefoltert und hingerichtet wurden. Auch Lutheraner beteiligten sich an den Verfolgungen, und zwar mit einer bemerkenswerten Begr\u00fcndung: Die Weigerung der T\u00e4ufer, als Soldaten zu dienen oder in \u00c4mtern, die mit Gewaltaus\u00fcbung verbunden waren, versto\u00dfe gegen Gottes Ordnung. Noch heute werden protestantische Pastoren in Deutschland auf die <em>Confessio Augustana<\/em> von 1530 ordiniert, in der es einen expliziten Passus gegen die Gewalt- und Eigentumsverweigerung der T\u00e4ufer gibt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehrt, da\u00df alle Obrigkeit in der Welt und geordnetes Regiment und Gesetze gute Ordnung, von Gott geschaffen und eingesetzt sind, und da\u00df Christen ohne S\u00fcnde im Obrigkeits-, F\u00fcrsten- und Richteramt sein m\u00f6gen, nach kaiserlichen und anderen \u00fcblichen Rechten Urteil und Recht zu sprechen, \u00dcbelt\u00e4ter mit dem Schwert zu bestrafen, rechtm\u00e4\u00dfige Kriege zu f\u00fchren, zu streiten, zu kaufen und zu verkaufen, aufgelegte Eide zu tun, Eigentum zu haben, ehelich zu sein etc. Hier werden diejenigen verdammt, die lehren, da\u00df es christliche Vollkommenheit sei, (\u2026) sich der vorgenannten St\u00fccke zu ent\u00e4u\u00dfern.<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>In M\u00fcnster spitzten sich diese Konflikte in besonderer Weise zu. Ein Teil der Stadt wollte die lutherische Ordnung (einschlie\u00dflich der Confessio) durchsetzen, doch die Bev\u00f6lkerungsmehrheit schloss sich der Fraktion der T\u00e4ufer an. Bemerkenswerterweise waren drei Viertel davon Frauen \u2013 was angesichts der frauenfeindlichen Positionen Luthers nicht verwunderlich ist. Die T\u00e4ufer riefen eine G\u00fctergemeinschaft nach dem Vorbild der Jerusalemer Urgemeinde aus und verbrannten die Schuldenregister des Stadtarchivs, w\u00e4hrend sich um die Stadt bereits die f\u00fcrstbischoflichen Truppen zusammenzogen. In dieser Lage schwangen sich apokalyptische Propheten als F\u00fchrer der Bewegung auf und verk\u00fcndigten das bevorstehende Erscheinen Christi. Der Heiland aber erschien nicht, stattdessen wurde die Stadt im Jahr 1535 von den \u00fcberm\u00e4chtigen Truppen erobert.<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a> Die F\u00fchrer der Bewegung wurden \u00f6ffentlich gefoltert und hingerichtet: Mit gl\u00fchenden Zangen riss man ihnen die Zungen und andere Teile des K\u00f6rpers aus, bevor sie schlie\u00dflich erdolcht wurden. Ihre Leichen wurden am Kirchturm in eisernen K\u00f6rben aufgeh\u00e4ngt und zur Schau gestellt, \u201edass sie allen unruhigen Geistern zur Warnung und zum Schrecken dienten, dass sie nicht etwas \u00c4hnliches in Zukunft versuchten oder wagten\u201c.<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20] <\/a>Das M\u00fcnsteraner T\u00e4uferreich zeigt die Tragik der egalit\u00e4ren Bewegungen, die angesichts ihrer Ohnmacht gegen\u00fcber dem erstarkten Geld-Milit\u00e4r-Komplex in apokalyptische Phantasmen entgleiten.<\/p>\n<p>Die Apokalyptik war aber nicht nur f\u00fcr die T\u00e4ufer fundamental, sondern ebenso f\u00fcr Luther, M\u00fcntzer und auch Calvin. Allerdings war sie jeweils von sehr unterschiedlichen Inhalten gef\u00fcllt. Erwartete M\u00fcntzer ein Reich der Gleichberechtigten nach dem Vorbild der Urgemeinde, so deutete Calvin eine Generation sp\u00e4ter die biblische Apokalyptik in ein kapitalistisches Selektionsverfahren um, in dem die wirtschaftlich Erfolgreichen sich als die von Gott Erw\u00e4hlten erwiesen. Diese Lehre war eine perfekte Legitimationsstrategie f\u00fcr die massive gesellschaftliche Ungleichheit, die vom modernen Weltsystem produziert wurde. Denn wenn Armut und Reichtum von Gott vorherbestimmt sind, so ist es sinnlos dagegen aufzubegehren. Es ist daher kein Zufall, dass diese Lehre vor allem in den neuen atlantischen Zentren der Kapitalakkumulation, insbesondere den Niederlanden, England und sp\u00e4ter den USA gedieh.<\/p>\n<p><strong>Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Zerschlagung der Bauern- und der T\u00e4uferbewegung waren in Deutschland die Tr\u00e4ume einer gerechteren oder gar egalit\u00e4ren Gesellschaft f\u00fcr lange Zeit zerschlagen. Deutsche Lande wurden f\u00fcr Jahrhunderte zum Inbegriff von Repression und autorit\u00e4ren Strukturen. Im weiteren Horizont war diese Phase ein entscheidender Schritt zur Konsolidierung des modernen Weltsystems in Mitteleuropa.<\/p>\n<p>Was sich in den folgenden Jahrhunderten ereignete, war eine geradezu explosive Expansion dieses Systems um die ganze Erde, finanziert durch die H\u00e4ndler-Bankiers, durchgesetzt mit den Waffen des metallurgischen Komplexes und den S\u00f6ldnern der Landesherren (die bald von den Privatarmeen der Aktiengesellschaften erg\u00e4nzt wurden), legitimiert durch die Erz\u00e4hlung der zivilisatorischen \u00dcberlegenheit Europas.<\/p>\n<p>Die gewaltsame Durchsetzung autorit\u00e4r-zentralstaatlicher und kapitalistischer Strukturen war aber keineswegs das Ende der Geschichte: Egalit\u00e4r orientierte Bewegungen flammten immer wieder in Europa auf, von der \u201eGreat Rebellion\u201c im England des 17. Jahrhunderts \u00fcber die Franz\u00f6sische Revolution bis zu den Arbeiter-, Frauen und Anti-Kolonialbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts.<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Im 21. Jahrhundert zeichnet sich nun ein erneuter Systemumbruch ab. Den in der Konkurrenz um mobiles Kapital gefangenen Nationalstaaten gelingt es weder, die globale \u00f6kologische Katastrophe zu stoppen, die von der Logik der endlosen Akkumulation angetrieben wird, noch die sich versch\u00e4rfende Spaltung zwischen Arm und Reich zu \u00fcberwinden. Angesichts dieser ungel\u00f6sten \u2013\u00a0und in der Systemlogik nicht l\u00f6sbaren\u00a0\u2013 Doppelkrise bewegen wir uns in eine chaotische \u00dcbergangsphase mit ungewissem Ausgang hinein.<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a> Soziale Bewegungen k\u00f6nnen dabei eine entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, ob sich neue autorit\u00e4re Kr\u00e4fte durchsetzen oder Wege in Richtung einer gerechteren und zukunftsf\u00e4higen Gesellschaft beschritten werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>* Der Beitrag ist erstmals erschienen in: Freie Akademie: <\/em>Religi\u00f6ser Pluralismus und Deutungshoheit in der Reformation<em>, hrsg. von Ulrich Bubenheimer und Dieter Fauth, Neu-Isenburg 2017. Er basiert auf dem Vortrag <a href=\"https:\/\/www.megamaschine.org\/www-2\/videos\/#reformation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Egalit\u00e4re Bewegungen in der Reformationszeit und die Entstehung des modernen Weltsystems<\/a> vom 7. Mai 2016.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Wallerstein 1986, 2004; Arrighi 2010<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Scheidler 2015; Mumford 1974<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Federici 2012, S. 25-73<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> UNEP 2016; Scheidler 2015, S. 200 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Wallerstein 2010; Scheidler 2015, S. 63-67, 142 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Delumeau 1985<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Federici 2012, S. 92 ff.; Wallerstein 1986, S. 111<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> Federici 2012, S. 220-233<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Scheidler 2015, 75 f.; Federici 2012, S. 55-60<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Bookchin 1996, S. 22-60<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Arrighi 2010, S. 109; Scheidler 2015, S. 81 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Arrighi 2010, S. 111-129<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Scheidler 2015, S. 33-38 u. S. 84-87<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Marx, MEW 23,765<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Vogler 2008\/2011<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Luther WA 18, 1888 ff. [1525], S. 357-361<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Luther 1978 [1526]), S.63<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> Confessio Augustana, Artikel 16<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Zur Geschichte des T\u00e4uferreichs in M\u00fcnster vgl. Vogler 2014<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> Seifert 1993, S. 42<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> Bookchin 1996, S. 1-19<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Scheidler 2015, S.197-203<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Giovanni Arrighi (2010): <em>The Long Twentieth Century. Money, Power and the Origins of our Time<\/em>, London\/New York<\/p>\n<p>Murray Bookchin (1996): <em>The Third Revolution. Popular Movements in the Revolutionary Era, <\/em>Volume 1, London\/New York<\/p>\n<p><em>Confessio Augustana<\/em>, in: <em>Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirchen<\/em>, G\u00f6ttingen 2014<\/p>\n<p>Jean Delumeau (1985): <em>Angst im Abendland. Die Geschichte kollektiver \u00c4ngste im Europa des 14. bis 18. Jahrhunderts<\/em>, Reinbek bei Hamburg<\/p>\n<p>Silvia Federici (2012): <em>Caliban und die Hexe. Frauen, der K\u00f6rper und die urspr\u00fcngliche Akkumulation<\/em>, Wien<\/p>\n<p>Martin Luther (1888 ff. [1525]): <em>Wider die m\u00f6rderischen und r\u00e4uberischen Rotten der Bauern<\/em>, in: <em>Martin Luthers Werke<\/em>, Band 18, Weimar<\/p>\n<p>Martin Luther (1978 [1526]): <em>Ob Kriegsleute in seligem Stande sein k\u00f6nnen<\/em>, in: <em>Calwer Luther-Ausgabe<\/em>, Band 4, G\u00fctersloh<\/p>\n<p>Karl Marx: <em>Die sogenannte urspr\u00fcngliche Akkumulation<\/em>, in. <em>Das Kapital<\/em>, Band 1, Kapitel 24, MEW 23,765<\/p>\n<p>Lewis Mumford (1974): <em>Mythos der Maschine<\/em>, Wien<\/p>\n<p>Fabian Scheidler (2015): <em>Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation<\/em>, Wien<\/p>\n<p>Thomas Seifert (1993): <em>Die T\u00e4ufer zu M\u00fcnster<\/em>, M\u00fcnster<\/p>\n<p>UNEP \u2013 United Nations Environmental Programm (2016): <em>Global Environmental Outlook GEO-6<\/em>, Nairobi<\/p>\n<p>G\u00fcnter Vogler (2008\/2011): <em>Thomas M\u00fcntzer \u2013 Sein Weg von der Kanzel zu den aufst\u00e4ndischen Bauern und B\u00fcrgern<\/em>, in: <em>Signaturen einer Epoche: Beitr\u00e4ge zur Geschichte der Fr\u00fchen Neuzeit<\/em>, Berlin 2012<\/p>\n<p>G\u00fcnter Vogler (2014): <em>Die T\u00e4uferherrschaft in M\u00fcnster und die Reichsst\u00e4nde: Die politische, religi\u00f6se und milit\u00e4rische Dimension eines Konflikts in den Jahren 1534 bis 1536<\/em>, G\u00fctersloh<\/p>\n<p>Immanuel Wallerstein (1986): <em>Das moderne Weltsystem. Kapitalistische Landwirtschaft und die Entstehung der europ\u00e4ischen Weltwirtschaft im 16. Jahrhundert<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Immanuel Wallerstein (2004): <em>World-Systems Analysis. An Introduction<\/em>, Durham<\/p>\n<p>Immanuel Wallerstein (2010): <em>Die Barbarei der anderen \u2013\u00a0Europ\u00e4ischer Universalismus<\/em>, Berlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Fabian Scheidler* In der Fr\u00fchen Neuzeit, vom 15. bis ins 17. 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