{"id":226,"date":"2016-03-01T08:22:11","date_gmt":"2016-03-01T07:22:11","guid":{"rendered":"http:\/\/nicolaiherzog.de\/blog\/?p=226"},"modified":"2016-09-05T09:42:50","modified_gmt":"2016-09-05T07:42:50","slug":"ausstieg-aus-der-megamaschine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.megamaschine.org\/nl2\/blog\/2016\/03\/01\/ausstieg-aus-der-megamaschine\/","title":{"rendered":"Ausstieg aus der Megamaschine"},"content":{"rendered":"<h5>Warum sozial\u00f6kologischer Wandel nicht ohne eine Ver\u00e4nderung der Tiefenstrukturen unserer Wirtschaft zu haben ist.<\/h5>\n<p>Wer eine Zeitung aufschl\u00e4gt oder Nachrichten h\u00f6rt, f\u00fchlt sich in ein Panoptikum von Katastrophenmeldungen versetzt: hier eine verheerende D\u00fcrre, dort ein zerfallender Staat, hier ein Terroranschlag, dort ein Finanz-Crash. Man kann alle diese Ereignisse als unzusammenh\u00e4ngende Einzelph\u00e4nomene betrachten, und genau das wird durch die \u00fcbliche Art der Nachrichtenaufbereitung auch vermittelt. Man kann sie aber auch in einem gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang sehen und darin Symptome einer systemischen Krise erkennen, deren einzelne Zweige gemeinsame Wurzeln haben.<\/p>\n<p>Inwiefern aber sind wir Teil eines gr\u00f6\u00dferen Systems? Eine \u00adkenianische Kleinb\u00e4uerin und ein Wall-Street-Banker, eine deutsche Staatssekret\u00e4rin und ein irakischer Polizist leben zweifellos in sehr verschiedenen Lebenswelten \u2013 und doch sind sie zugleich durch ein globales Netz miteinander verbunden, das daf\u00fcr sorgt, dass die Staatssekret\u00e4rin den Kaffee aus Kenia trinkt und das Penthouse des Bankers mit \u00d6l geheizt wird, das durch Pipelines flie\u00dft, die vom irakischen Polizisten bewacht werden. Dieses Netz beinhaltet Fl\u00fcsse von G\u00fctern und Geld, aber auch von Informationen und von Ideen dar\u00fcber, wie die Welt ist und sein sollte. Dieses komplexe Netzwerk hat, wie alle sozialen Systeme, eine Geschichte; es hat einen Beginn, eine Entwicklung und irgendwann auch ein Ende.<\/p>\n<p><strong>Die Megamaschine<\/strong><\/p>\n<p>Das globale System, das uns verbindet, ist unter verschiedenen Namen bekannt: Die einen nennen es das \u00bbmoderne Weltsystem\u00ab, die anderen den \u00bbglobalen Kapitalismus\u00ab. Ich verwende daf\u00fcr die Metapher der \u00bbMegamaschine\u00ab, die auf den Historiker Lewis Mumford zur\u00fcckgeht. Die moderne Megamaschine ist vor rund 500\u00a0Jahren in Europa in langen sozialen Auseinandersetzungen entstanden und hat sich seither mit geradezu explosionsartiger \u00adGeschwindigkeit um den Globus verbreitet. Sie war von Anfang an f\u00fcr eine kleine Minderheit der Weltbev\u00f6lkerung mit einer sagenhaften Reichtumsvermehrung verbunden, f\u00fcr die Mehrheit aber mit Ver\u00adelendung, radikaler Ausbeutung, Krieg, V\u00f6lkermord und nicht zuletzt mit der Zerst\u00f6rung nat\u00fcrlicher Lebensgrundlagen.<\/p>\n<p>In der Fr\u00fchen Neuzeit, also seit dem 15. Jahrhundert, entstanden die Grundlagen eines transnationalen Handels- und Finanzsystems und einer globalen Arbeitsteilung. Diese \u00f6konomischen Strukturen konnten jedoch unm\u00f6glich selbst\u00e4ndig funktionieren. Sie waren \u2013 und sind es bis heute \u2013\u00a0von Staaten abh\u00e4ngig, die in der Lage sind, bestimmte Eigentumsrechte durchzusetzen, Infrastrukturen bereitzustellen, Handelsrouten milit\u00e4risch zu verteidigen, wirtschaftliche Verluste aufzufangen und Widerstand gegen die Zumutungen und Ungerechtigkeiten des Systems unter Kontrolle zu halten. Staat und Markt sind daher nicht, wie oft behauptet wird, ein Gegensatzpaar, sondern historisch als integrale Teile eines gemeinsamen \u00fcbergeordneten Ganzen entstanden. Zu diesem Ganzen geh\u00f6rt ein ideologischer \u00dcberbau, der die gewaltsame Durchsetzung und Ausbreitung des Systems rechtfertigt und als heilbringende Mission darstellt. Eine heute beliebte Form davon ist die Beschw\u00f6rung der \u00bbwestlichen Werte\u00ab. Fr\u00fcher dienten dazu Begriffe wie \u00bbChristenheit\u00ab (im Gegensatz zu den \u00bbHeiden\u00ab), \u00bbAbendland\u00ab und \u00bbZivilisation\u00ab (im Gegensatz zu den \u00bbWilden\u00ab) oder \u00bbEntwicklung\u00ab (im Gegensatz zu den \u00bbUnterentwickelten\u00ab).<\/p>\n<p>Das beherrschende Ordnungsprinzip dieses Systems ist die endlose Akkumulation von Kapital oder, etwas vereinfacht gesprochen: das Prinzip, aus Geld mehr Geld zu machen. Dies ist neu in der Menschheitsgeschichte. Es gab viele Systeme, in denen Menschen durch Ausbeutung anderer enorme Reicht\u00fcmer angeh\u00e4uft haben. Es gab auch einige Gesellschaften, die ihre nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen und damit letztlich sich selbst zerst\u00f6rt haben. Aber keine von ihnen\u2009\u2013\u00a0vom R\u00f6mischen Reich bis zu den Mayas \u2013\u00a0beruhte auf einer endlosen Akkumulation, auf einer zum Selbstzweck gewordenen, quasi-automatischen Geld- und G\u00fctervermehrung. Deren bizarre Logik, die sich in der Fr\u00fchen Neuzeit herausgebildet hat, ist die zentrale Antriebs\u00adfeder f\u00fcr die aggressive Expansion und das permanente Wachstum, ohne die das System nicht existieren kann: Neue M\u00e4rkte und Energiequellen m\u00fcssen mit allen Mitteln, auch mit Gewalt, erschlossen und immer gr\u00f6\u00dfere Naturr\u00e4ume in Abraumhalden f\u00fcr die \u00f6konomische Maschinerie verwandelt werden. Innehalten, Verlangsamung, M\u00e4\u00dfigung sind in dieser Logik gleichbedeutend mit Krise und Zusammenbruch. Daher sind, wie wir sehen werden, auch die Hoffnungen tr\u00fcgerisch, dass uns allein \u00bbgr\u00fcne Technik\u00ab vor dem \u00f6kologischen Kollaps \u00adretten wird.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nIm Getriebe endloser Akkumulation<\/strong><\/p>\n<p>Die Geldvermehrungslogik hat eine Eigendynamik, die weit \u00fcber die individuelle Gier Einzelner hinausgeht. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Aktiengesellschaft, die als Rechtsform vor etwa 400 Jahren entstanden ist und seither einen der entscheidenden Motoren der Akkumulation darstellt. Der Vorstandsvorsitzende einer gro\u00dfen Aktien\u00adgesellschaft mag gierig oder bescheiden, ein \u00d6ko oder ein Klimaleugner sein: Seine Funktion besteht darin, das Quartalsergebnis des Unternehmens zu optimieren. Erf\u00fcllt er diese nicht oder nur unzureichend, spuckt die Institution ihn aus.<\/p>\n<p>Nach diesem Bauprinzip sind die m\u00e4chtigsten Organisationen der Erde geschaffen. Die 500 gr\u00f6\u00dften Unternehmen der Welt\u00a0\u2013 die meisten von ihnen Aktiengesellschaften \u2013\u00a0vereinigen die H\u00e4lfte der weltweiten Wirtschaftsleistung auf sich. Was sie produzieren \u2013 Autos und Medikamente, Schnuller und Maschinengewehre, Viehfutter und Strom \u2013,\u00a0sind austauschbare Mittel zu ihrem eigentlichen Zweck, n\u00e4mlich der Geldvermehrung. Ist der Bedarf an Produkten gedeckt, muss neuer Bedarf geschaffen werden. Daher ist es unabdingbar, dass Menschen in Konsumenten verwandelt werden, deren Beitrag zum gesellschaftlichen Leben im Kaufen besteht \u2013 ganz gleich wie sinnlos, \u00fcberfl\u00fcssig oder sch\u00e4dlich die Produkte sind. Gesellschaftliche Entscheidungen \u00fcber Sinn und Zweck des Ganzen, die Fragen, was Menschen wirklich brauchen und wie sie leben wollen, haben in ihrer Logik keinen Platz.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nDie Grenzen des Systems<\/strong><\/p>\n<p>Die f\u00fcnfhundertj\u00e4hrige Expansion der Megamaschine st\u00f6\u00dft allerdings im 21.\u00a0Jahrhundert an kaum \u00fcberwindbare Grenzen. Zum einen stottert die Akkumulationsmaschine: Die gro\u00dfe Zahl von armen Menschen weltweit und die \u00adabbr\u00f6ckelnden Mittelschichten haben nicht das Geld, um eine wachsende Produktion noch zu profitab\u00adlen Preisen aufzukaufen. Daher weicht die Wirtschaft auf Finanzspekulatio\u00adnen aus, die sich in immer tieferen Crashs entladen und Wirtschaft wie Staaten weiter destabilisieren. Je effektiver es Kapitalbesitzern gelingt, L\u00f6hne zu dr\u00fccken, desto mehr spitzt sich die Krise zu. Die wohl einzige M\u00f6glichkeit, diesen Trend umzukehren, um die Megamaschine wieder flottzumachen, w\u00e4re ein Programm zur massiven Besteuerung von Reichtum, aus dem Umverteilung und staatliche Konjunkturprogramme finanziert w\u00fcrden. Allerdings arbeiten heute fast alle tonangebenden Kr\u00e4fte aus kurzfristigen Eigeninter\u00adessen genau dagegen an. Doch selbst wenn dies gelingen sollte, w\u00fcrden wir dadurch die zweite und noch schwerer zu \u00fcberwindende Grenze nur umso schneller zu sp\u00fcren bekommen: die Zerst\u00f6rung unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. Diese Grenze betrifft nicht \u00adallein das Klima, sondern auch unsere B\u00f6den, unsere S\u00fc\u00dfwasservorr\u00e4te, die Artenvielfalt, die Ozeane und W\u00e4lder, die alle einem beschleunigten Verw\u00fcstungsprozess ausgesetzt sind. Da man Geld nicht essen kann und es auf einem toten Planeten auch kein Wirtschaftswachstum mehr geben wird, sind die Grenzen der Biosph\u00e4re letztlich auch die Grenzen der Megamaschine.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nFata Morgana \u00bb\u00f6kosozialer Kapitalismus\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Nun wird immer wieder gesagt, wir k\u00f6nnten dieses System so ver\u00e4ndern, dass die Wohlstandsproduktion von den zerst\u00f6rerischen Wirkungen entkoppelt wird. Die Frage ist: Kann es eine wirklich gr\u00fcne, soziale und friedliche Megamaschine geben? Zu denen, die darauf mit \u00bbJa\u00ab antworten, geh\u00f6ren die Verfechter von Konzepten wie \u00bbGr\u00fcnes Wachstum\u00ab, \u00bbGreen New Deal\u00ab oder \u00bbBlue Economy\u00ab. Die Argumentation lautet: Wenn wir f\u00fcr jeden Euro, den wir erwirtschaften, immer weniger Ressourcen verbrauchen, dann k\u00f6nnen wir das Geld immer weiter vermehren und dabei einen immer kleineren \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck hinterlassen. So schaffen wir einen \u00e4therischen, ressourcenleichten Kapitalismus. Zweifellos gibt es in diesen Konzepten einzelne sinnvolle Vorschl\u00e4ge: etwa die Umlenkung von Investitionen in erneuerbare Energien und rohstoffsparende Produktion. Aber der Elefant im Raum, dem wir die Misere \u00fcberhaupt zu verdanken haben, n\u00e4mlich die Logik der endlosen Akkumulation, wird ausgeblendet.<\/p>\n<p>In der Praxis f\u00fchrt das zu der Illusion, wir k\u00f6nnten die Tiefenstruktur unserer Gesellschaft so lassen, wie sie ist, und durch ein paar technische Innovationen und \u00f6kologische \u00bbLeitplanken\u00ab den n\u00f6tigen Wandel erreichen. Wie tr\u00fcgerisch das ist, zeigt beispielsweise die gro\u00dfspurige Ank\u00fcndigung aus den 1990er Jahren, mit der allgemeinen Verbreitung von Computern und Internet w\u00fcrden wir uns in eine \u00bbdematerialisierte\u00ab \u00d6konomie hineinbewegen: weniger Papierverbrauch, weniger Verkehr, eine k\u00f6rperlose, gr\u00fcne Dienstleistungs\u00f6konomie. Was ist dar\u00adaus geworden? Allein der G\u00fcterverkehr hat in den letzten 15 Jahren um etwa ein Drittel zugenommen. Die Deutschen, inzwischen bewaffnet mit unz\u00e4hligen Computern, Tablets und Smartphones, verbrauchen zus\u00e4tzlich zu ihrem Maschinenpark noch so viel Papier wie s\u00e4mtliche 1,5 Milliarden Afri\u00adkaner und S\u00fcdamerikaner zusammen. Nur der Wirtschaftseinbruch der Finanzkrise 2008 hat in diesen Kurven eine Delle hinterlassen\u2009\u2013\u00a0eines der vielen Indizien daf\u00fcr, dass eine \u00f6kologische Erleichterung nicht ohne eine Schrumpfung des Wirtschaftsvolumens zu haben ist. Das allerdings bedeutet in der Logik der endlosen Akkumulation: Krise, Massenarbeitslosigkeit, Versch\u00e4rfung sozialer Konflikte, Staatspleiten.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nNur Ver\u00e4nderung ist realistisch<\/strong><\/p>\n<p>Um diesem Dilemma zu entrinnen, m\u00fcssen wir die Tiefenstrukturen unserer Wirtschaft ver\u00e4ndern und aus der \u00adMaschinerie der Geldvermehrung aussteigen. Wir brauchen Formen des Wirtschaftens, die dem Gemeinwohl dienen, nicht dem Profit. Daf\u00fcr gilt es, nicht nur das Konsumverhalten zu ver\u00e4ndern, sondern auch unsere Institutionen, die Art, wie wir produzieren, die Logiken staatlichen Handelns. Wir brauchen eine Strategie, um gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, das auf \u00adlokalen und regionalen Netzwerken aufbaut, massiv zu f\u00f6rdern und zugleich die Sektoren der Wirtschaft, die dem Akkumulationsprinzip und dem Raubbau verschrieben sind, zu schrumpfen. Utopisch? Mag sein. Aber ganz gewiss nicht realit\u00e4tsfremd. Denn wenn etwas angesichts der globalen Krisen realit\u00e4tsfremd ist, dann ein \u00bbWeiter so!\u00ab mit einigen kosmetischen Reparaturen. Radikale Ver\u00e4nderung ist in dem Chaos, in das wir uns hineinbewegen, das Einzige, was realistisch ist: Sie wird kommen, egal, ob wir es wollen oder nicht. Die Frage lautet nur: Wie wird diese Ver\u00e4nderung aus\u00adsehen? Wer wird sie gestalten und in welcher \u00adRichtung?<\/p>\n<p>Nichts deutet auf einen sanften \u00dcbergang hin. Im Gegenteil, die Zeiten werden ungem\u00fctlich werden, und das aus mehreren Gr\u00fcnden. Weil man zu lange auf das Trugbild eines begr\u00fcnten Kapitalismus gesetzt hat, fehlen politische Konzepte f\u00fcr einen Ausstieg aus der Megamaschine. W\u00e4hrenddessen mauern sich die globalen Eliten in ihren video\u00fcberwachten Hochsicherheits\u00adenklaven ein und scheinen entschlossen, ihre Privilegien mit allen Mitteln zu verteidigen. Ein Kampf um die Wohlstandsinseln zeichnet sich ab, in vielen L\u00e4ndern gewinnen autorit\u00e4re, fundamentalistische und rassistische Kr\u00e4fte die Oberhand. Da es keinen Plan f\u00fcr einen \u00dcbergang gibt, m\u00fcssen wir mit immer einschneidenderen Systemzusammenbr\u00fcchen rechnen: Finanz-Crashs, \u00f6kologischen Desastern, sozialen Krisen. Wie k\u00f6nnen sich soziale und \u00f6kologische Bewegungen darauf vorbereiten?<\/p>\n<p>Die Kr\u00e4fte f\u00fcr eine sozial\u00f6kologische Transformation werden in dieser Gemengelage nur eine Chance haben, wenn sie sich untereinander vernetzen, aus den Nischen herauskommen und politische R\u00e4ume besetzen, die durch die zerfallende alte Ordnung frei werden. Wenn sich das \u00d6kodorf und die Initiative gegen Zwangsr\u00e4umungen, streikende Krankenpflegekr\u00e4fte und rebellierende Professorinnen und Professoren verb\u00fcnden, kann gen\u00fcgend Energie zusammenkommen, um systemrelevant zu werden. Daf\u00fcr gibt es Beispiele, etwa in den spanischen \u00bbRebel Cities\u00ab wie Barcelona und A Coru\u00f1a, wo die Stadtverwaltungen inzwischen von den sozialen und \u00f6kologischen Bewegungen erobert wurden.<br \/>\nDoch sobald solche Bewegungen aus der Nische herauskommen, nimmt auch der Gegenwind zu. Denn der Weg zu einer wirklich gemeinwohlorientierten, zukunftsf\u00e4higen \u00d6konomie ist kein Win-Win-Spiel. Ihn zu gehen, bedeutet, m\u00e4chtigen Interessen zu trotzen und Eigentumsverh\u00e4ltnisse infrage zu stellen. Die meisten Menschen in den St\u00e4dten sind zum Beispiel gezwungen, im Hamsterrad der Akkumulation zu arbeiten, um die Mieten zu bezahlen, die eine Clique von Immobilienhaien und Fonds einstreicht, um das Rad der Finanzm\u00e4rkte weiterzudrehen. Eine ernsthafte Transformation ist nicht ohne \u00c4nderung der Eigentumsverh\u00e4ltnisse denkbar. Das gleiche gilt f\u00fcr den Kampf um eine dezentrale Energiewende, um andere Formen der Mobilit\u00e4t, um Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, um patentfreie Produkte, um unsere Wasser- und \u00adGesundheitsversorgung.<\/p>\n<p>Wir bewegen uns in ein neues Zeitalter der Revolutionen hinein. Es ist unm\u00f6glich, vorauszusagen, was am Ende herauskommen wird: eine Welt, die noch mehr als die heutige von Ungerechtigkeit gepr\u00e4gt ist, oder eine friedlichere Welt. Sicher ist nur eines: In einem chaotischen System kann der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt einen Sturm ausl\u00f6sen. Es\u00a0kommt also auf uns alle an.<\/p>\n<p><em>Fabian Scheidler, Februar 2016.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Beitrag erschien erstmals im Oya-Magazin <a href=\"http:\/\/www.oya-online.de\/article\/issue\/37-2016.html\">M\u00e4rz\/2016.<\/a><\/em><\/p>\n<p>Er ist au\u00dferdem in der Ausgabe 45 der Zeitschrift <em><a href=\"http:\/\/w4tler.at\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Brennstoff_45_MASCHINE_LR.pdf\">Brennstoff<\/a><\/em> ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p><em>English version:<\/em> <a href=\"http:\/\/www.degrowth.de\/en\/2016\/04\/exit-from-the-megamachine\/\" target=\"_blank\">Exit from the Megamachine<\/a> (www.degrowth.de)<\/p>\n<p><em>Version fran\u00e7aise:<\/em> <a href=\"http:\/\/lesakerfrancophone.fr\/sortir-de-la-mega-machine\" target=\"_blank\">Sortir de la m\u00e9ga-machine<\/a> (lesakerfrancophone.fr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum sozial\u00f6kologischer Wandel nicht ohne eine Ver\u00e4nderung der Tiefenstrukturen unserer Wirtschaft zu haben ist. 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